Stadtrundgänge
Politisch-historische Bildung vor Ort
Ansprechperson

Die Alternativen Stadtrundgänge zum Thema »Hamburg im Nationalsozialismus – Verfolgung und Widerstand« sind ein Angebot zur politisch-historischen Jugendbildung vom Landesjugendring Hamburg.
Mit Stadtrundgängen klären wir über Ideologie und Verbrechen des Nationalsozialismus auf, benennen Täterschaften und berichten vom Widerstand. Indem wir historisch relevante Orte aufsuchen, wird die NS-Geschichte anschaulich und kritisch vermittelt. Wir wollen zudem gemeinsam mit den Teilnehmenden Formen der Erinnerungskultur hinterfragen, ihnen Denkanstöße geben und für aktuelle gesellschaftliche Probleme sensibilisieren.
Geleitet werden unsere Touren durch freiwillige Mitarbeiter:innen.
Zielgruppe unserer Angebote sind junge Menschen ab 14 Jahren. Die Alternativen Stadtrundgänge richten sich an Jugendverbände, Gruppen außerschulischer Einrichtungen, Schulklassen aller Schulformen und alle anderen Interessierten. Wir empfehlen die Touren vor- und nachzubereiten.
Unsere Rundgänge
Jüdisches Leben am Grindel. Auf den Spuren jüdischen Alltags damals und heute
Vom ehemals regen jüdischen Leben am Grindel zeugen heute nur noch wenige Bauten. Dabei wurde dieser Teil der Stadt über Jahrhunderte von jüdischen Hamburgerinnen und Hamburgern stark geprägt.
Ausdruck ihres selbstbewussten Auftretens war unter anderem der Bau der größten Synagoge Norddeutschlands am Bornplatz, die 1906 eröffnet wurde und für alle sichtbar die lebhafte jüdische Gemeinde repräsentierte.Während des Nationalsozialismus wurden die Bornplatz-Synagoge sowie die jüdische Kultur insgesamt weitgehend zerstört.
Viele Stolpersteine weisen heute auf das Schicksal der Verfolgten und Ermordeten hin. Bei unserem Rundgang erinnern wir an jüdische Hamburgerinnen und Hamburger, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Wir berichten zudem vom jüdischen Leben, das sich heute wieder zaghaft in Hamburg entwickelt. So wurde etwa die Talmud-Tora-Schule (siehe Bild von 1914) – nach über 65 Jahren – 2007 wieder eröffnet.
Swing-Jugend in Hamburg. Eine Subkultur im Nationalsozialismus
Wie kaum einem anderen gelang es dem "King of Swing", dem US-amerikanischen Jazzmusiker und Bandleader Benny Goodman, Begeisterung für "schwarze" Musik beim jungen weißen Publikum zu wecken. Auch im Deutschland der 1920er und -30er Jahre hatte Swing zahlreiche Anhänger. Die "Swing-Heinis" und "Swing-Babes" hörten Goodman und Duke Ellington, aber auch europäische Jazz-Musiker wie den Schweizer Bandleader Teddy Staufer, genannt der "Swing-König".
Den Nationalsozialisten waren Swing-Musik und das damit verbundene Lebensgefühl verhasst. Bereits 1935 verboten sie offiziell, Jazzmusik im deutschen Rundfunk zu spielen. Wer dem Swing weiterhin nicht abschwören wollte, den verfolgten die Nazis als Oppositionelle. In Hamburg brachte die Leidenschaft zur Swing-Musik mehrere Hundert Jugendliche in Konflikt mit dem NS-Staat. Der Alternative Stadtrundgang thematisiert die Verfolgung der "Swing-Heinis" und der "Swing-Babes" und ordnet sie ein in die breitere Verfolgungsgeschichte wie auch in Widerstands- und Oppositionsbewegungen.